WERDEN SIE STORY WORKER


EINLEITUNG

 

Wenn wir mit Geschichten von Individuen (oder Gruppen), die von Ausgrenzung bedroht sind, arbeiten (wollen), müssen wir uns der verschiedenen menschlichen Bedingungen generell, und auch der Bedingungen von Gemeinschaften und Gesellschaften und die Rolle, die Geschichten, Identität, Image, etc. in diesen spielen, bewusst sein.

 

In der Gesellschaft gibt es „Story-Phänomene" - denken Sie an die "Wir-Sie"-Geschichten, die zu verschiedenen Arten von Ausschluss führen können. Diese Ausschlüsse, die einschränkende Glaubenssätze und Selbstwahrnehmung und dominante kulturelle und soziale Diskurse beinhalten, und die narrativen Ansätze (Storytelling eingeschlossen), die dieseBeschränkungen und den Ausschluss rückgängig machen sollen, sind die Hauptthemen unseres Curriculums.

Dieser Leitfaden unterstützt die Einheiten des Curriculums mit einer theoretischen Basis. Dieser Leitfaden umfasst auch Verweise zu den verwendeten Quellen und beinhaltet die derzeit meistverwendetete Literatur von PraktikerInnen. Sie sollen dazu inspirieren, mehr zu lesen und damit Ihr Verständnis, ihr Wissen und ihre praktischen Fähigkeiten zu vertiefen.

Umgebung

Als zukünftiger Trainer/zukünftige Trainerin werden Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie eine geeignete Lernumgebung und zielgerichtete Leitung und Unterstützung für Ihre Studierenden/Teilnehmenden zur Verfügugn stellen müssen. Deshalb stellen wir hier einige grundlegende Gedanken vor, die Sie berücksichtigen sollten:

Gruppenzusammensetzung – Wählen Sie Teilnehmende mit einem ähnlichen Hintergrund und der Fähigkeit, in der gleichen Sprache zu sprechen. Passen Sie dabei auf, dass die Gruppen nicht zu groß sind.

Länge der Sitzungen: Die Einheiten dieses Curriculums dauern zwischen 6-8 Stunde (Mittagspause eingeschlossen)

Aufstellung von Tischen und Sesseln: Bevor Sie starten, entscheiden Sie, welche Aufstellung für Ihren Zweck und Ihre Zielgruppe geeignet sind (z.B. Klassenzimmer, Banquet, offene Kreise, Flüster-Cluster,…)

  

 

Weitere Überlegungen zum Rahmen

Stellen Sie die Ziele jeder Einheit vorund sammeln Sie die Erwartungen der Teilnehmenden. Achten Sie dabei darauf, NICHT zu hasten, zu belehren, zu kritisieren, zu unterbrechen, zu dominieren, zu sabotieren - und nehmen Sie sich nicht zu ernst.

Zeigen Sie Respektetablieren Sie ein harmonisches Klima, geben Sie Vorurteile auf, geben Sie den „Stab" weiter, beobachten, hören und lernen Sie; Lernen Sie aus Fehlern, seien Sie sich Ihrer selbst bewusst und selbstkritisch, seien Sie flexibel, unterstützen und teilen Sie, und seien Sie aufrichtig.

Seien Sie sich der Macht und Machtbeziehungen bewusst,auch in der Rolle des Trainers/der Trainerin: andere in diesem Kontext zu begleiten bedeutet weniger zu sprechen, weniger zu kontrollieren, und die Geschichten anderer und deren Analysen zu fördern, indem Sie sich selbst „entmächtigen", den „Stab" weitergeben und indem Sie durch Rückzug leiten.

Seien Sie sich auch bewusst, dass es Personen geben wird, die dominieren und solche, die schüchtern und zurückhaltend sind. Aber unabhängig davon, ob jemand von Natur aus eine selbstbewusste Person oder eher schüchtern ist, niemand sollte sich bedroht oder zurückgeweisen vorkommen.

 

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Alles beginnt damit, wie wir die Umwelt um uns herum erleben: Die Natur und ihre Phänomene, die Tierwelt, unsere Beziehung zu anderen - und wie wir sie interpretieren und verstehen. Das alles sind Daten, und die schiere Anzahl von Daten (und deren Auswirkungen) kann sehr verwirrend sein. Deshalb versuchen wir sie zu strukturieren und dadurch zu bewältigen.

Geschichten sind aus verschiedenen Bedürfnissen und Erfahrungen heraus entstanden, aber hauptsächlich aus unserem Bedürfnis nach Bedeutung und Sinn. Mit ihnen geben wir Ereignissen, Beziehungen und uns selbst Bedeutung. Wir konstruieren, verstehen uns dadurch und stiften Sinn.

 

Funktionen und Absichten von Geschichten

Wenn wir uns die konstruktivenFunktionen und Qualitäten von Geschichten anschauen, was fällt Ihnen ein? Um nur einige zu nennen: Inspiration, Imagination, Gedächtnisspeicherung, Wissens- und Informationstransfer, Menschen verbinden, Trost, Heilung, Unterhaltung, Engagement, (Entwicklung von) gegenseitiger Wertschätzung, Wahrnehmung (Empathie), (Entwicklung von) Werten und Wertesystemen, Aktion (Initiative), Planung, Strategie,etc.

Wenn Sie sich die obige Aufzählung ansehen, werden Sie feststellen , dass viele Funktionen von Geschichten mit einer Absicht verbunden sind.Geschichten sind niemals „unschuldig“. Hinter einer Geschichte intentionsteckt immer eine Absicht. Bedenken Sie dies, wenn Sie eine Geschichte erzählen oder einer Geschichte zuhören.

 

Universelle Strukturen von Geschichten und Metaphern

In dieser Einheit präsentieren wir Ihnen 3 „universelle" Strukturen: Die Folk Tale Story (Volksmärchen), die hauptsächlich in Märchen, Legenden und mythischen Geschichten vorkommen; Die Reise des Helden/der Heldin, die wir in Epen vorfinden (z.B. Odysee, Gilgamesch,...) und das AktantInnenmodell, das uns dazu einlädt, die Geschichte aus der Sicht der verschiedenen AktantInnen zu erzählen.

 

 

Wir verwenden oft Metaphern ohne uns dessen bewusst zu sein. Metaphern helfen uns, abstrakte Themen (die wir Zieldomäne nennen) durch bekannte Dinge (die wir Quelldomäne nennen) zu erklären. Metaphern können sehr mächtige Werkzeuge sein, um die Fantasie anzuregen und zu inspirieren.

Veränderung begünstigen; gemeinsam untersuchen und analysieren; Bedeutung herausfinden und Sinn geben; (kritische) Fragen stellen; die Verbindung von vergangenen-gegenwärtigen und zukünftigen Geschichten verstehen; gemeinsam alternative/bessere/zukünftige Geschichten entwickeln; sich gegenseitig zu bestärken; Resilienz (gegenüber dominanten Diskursen) entwickeln; lernen, mit Veränderung zurechtzukommen; lernen, Pläne zu machen und danach zu handeln.

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Als Individuen sind wir Teil von Gruppen, Teams und/oder Organisationen.

Wir sollten uns bewusst sein, was wir als „Gruppen" (z.B. Familie, Sportklub, Dorf, Nation,…), "Teams" (z.B. Sport, Arbeit,…) und "Organisation" (t.B. Freiwillige, NGO, Wirtschaft) bezeichnen. Und es sollte uns auch bewusst sein, welchen Einfluss diese auf unsere Identität, die Gefühle und unser Verhalten haben. In unserem Alltag (privat oder berulfich) wechseln wir ständig zwischen diesen „Gruppen", von unseren Familien zu unseren ArbeitskollegInnen, unserem Klub, unseren Mitstudierenden oder unseren KursteilnehmerInnen.

Welche Rolle haben nun die Geschichten, die wir erzählen, hören oder die wir anpassen? Was machen sie mit uns? Wessen und welchen Geschichten können wir glauben und wessen oder welche Geschichten bewirken in uns Gefühle wie Unsicherheit, Scham, Unterdrückung? Wie und wem können wir vertrauen und wie können wir Vertrauen entwickeln?

 

Scham, Vergleich, Rückzug und Verwundbarkeit

Dieser Komponenten müssen wir uns bewusst sein, wenn wir mit Individuen, Gruppen und Teams arbeiten. Wir müssen uns im Klaren sein, dass sie mit ihren Normen und dominanten Diskursen immer eine Art von Druck ausüben. Und sie variieren offensichtlich von Kultur zu Kultur.

Beim Aufbau von Vertrauen sollten wir uns auch der „Verwundbarkeit“ bewusst sein, der Tatsache , dassjemand verwundbarsein oder als verwundbarwahrgenommen werden kann. Verwundbarkeit ist oft mit Angst, Scham, Traurigkeit, Enttäuschung oder Schwäche assoziiert. Manche Wissenschaftler widersprechen dem und halten Verwundbarkeit für eine Art Mut. Verwundbarkeit kann uns auch zeigen, dass jemand Unterstützung braucht. Niemand kann alles alleine machen - wir sollten vulnerablen Gruppen daher zeigen, dass sie ein Recht auf Unterstützung haben.

Vertauen

Vertrauen ist ein langsam stattfindender, mehrschichtiger Prozess, der sich mit der Zeit entwickelt. Im Allgemeinen vertrauen wir denen, die unsere Geheimnisse bewahren; denjenigen, die ihre eigenen Geheimnisse teilen; denjenigen, die sich an unseren Namen/unsere letzte Konversation erinnern; denjenigen, die uns versichern, uns in „lustige“ Dinge miteinzubeziehen; denjenigen, die uns, wenn wir traurig sind, nach dem Warum fragen; denjenigen, die unseren Rücken stärken; denjenigen, die in eine Beziehung Zeit und Mühe investieren.

Wenn wir von Vertrauen sprechen, müssen wir uns seines Feindes bewusst sein: Verrat. Rückzug, sich nicht kümmern, die Verbindung loslassen, nicht bereit sein, Zeit und Mühe in die Beziehung zu investieren. Vertrauen aufzubauen bedeutet Verantwortung …

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Was ist der Unterschied zwischen dem, was wir unter „Narrativ" und „Storytelling" verstehen?

Als Narrativkann man bezeichnen, wie wir über die täglichen Dinge unseres Lebens (das können Ereignisse/Geschichten sein) reden, wie wir versuchen, dem, was wir erlebt haben, eine Bedeutung zu geben und dadurch auf unterschiedlichen Diskursen aufbauen.

Storytellingmeint die bewussten und eher geplanten Handlungen des Geschichtenerzählens, bei denen Geschichten zu bestimmten Zwecken oder mit einer bestimmten Absicht erzählt werden - z. B. um Veränderung anzuregen, zu überzeugen, zu unterhalten, Wissen zu teilen, zu trösten usw.

 

Der neurologische Einfluss von Geschichten

Wir haben über den evolutionären Nutzen von Geschichten und die Bedeutungs- und Sinnstiftungsqualitäten gesprochen. Als erstes sollten wir erkennen, was in unserem Gehirn passiert, wenn wir reine Daten hören und was passiert, wenn wir (Daten beinhaltende) Geschichten hören.

 

 

Was passiert noch, wenn wir eine Geschichte erzählen und hören - Dialog

Wir sollten uns bewusst sein, dass Storytelling nicht das ganze Thema abdeckt, weil es, für sich alleine gesehen, nicht die Unterscheidung zwischen Erzählenden, Zuhörenden und der Geschichte zeigt. Deshalb müssen wir uns die (aktive) Rolle der Zuhörenden und auch die Wichtigkeit der (oft nonverbalen) Dialoge zwischen den Erzählenden und Zuhörenden berücksichtigen.

Nach dem Erzählen einer Geschichte können die Erzählenden und Zuhörenden in einen Dialog treten, Fragen über die Geschichte stellen und beantworten. Und sie können sich über die Bedeutung und den Sinn austauschen.

 

Unsere narrative Identität

Gemäß der Theorie der narrativen Identität entwickeln wir unsere Identität, indem wir unsere Lebenserfahrungen (Vergangenheit, Gegenwart) in eine verinnerlichte, sich entwickelnde Erzählung (Narrativ) des Selbst integrieren, die uns ein Gefühl der Einheit und eines Zwecks im Leben vermittelt (Gegenwart, Zukunft). Es enthält Episoden (Ereignisse/Geschichten), Charaktere, Einstellungen, Darstellungen und Themen. Es entwickelt sich ständig weiter. Die Raffinesse dieses Narrativs nimmt mit dem Alter zu.

 

Wir sollten uns im Klaren sein, dass die Geschichten, die unsere Identität bilden, Teil größerer (Gruppenidentitäten) Geschichten (z.B. Familien, Klub, Nation,…) sind und auch von diesen beeinflusst werden.

Wenn es um "wir - sie"-Geschichten geht, sind wir rasch bei dominanten (kulturellen oder sozialen) Narrativen und Diskursen. Diese Diskurse (und deren unterstützende „Geschichten") können in verschiedene Richtungen gehen und manchmal normativ oder sogar unterdrückend wirken. Beispiele dazu wären: „Es ist wichtig, gesund zu sein, Gemüse zu essen und regelmäßig Sport zu betreiben". „Bedingungslose Liebe und Loyalität in der Familie ist wichtig". „Alle Muslime sind Terroristen". „Alle Banker sind Kriminelle".... Dies kann zu problematischen Effekten und Auswirkungen führen.

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Wie kann das Erzählen für die Erzählenden also sicher sein, und wie erwerben sich Zuhörerende das Recht zuzuhören? Wir müssen die Haltung von Lernenden nicht die von ExpertInnen einnehmen und diese Absicht kommunizieren. Und wir sollten mit Empathie zuhören und kommunizieren. intent, and as a listener, feel and communicate empathy.

 

There are two ways of questioning:

1. Questioning yourself if you are really listening

2. Questioning the teller to make him/her feel listened to

 

Ad 1. Stellen Sie sich die folgenden Fragen in dieser Reihenfolge

„Höre ich überhaupt zu? Wäre ich jetzt imstande, eine Frage zu beantworten, die mir jemand stellt?”

„Warte ich nur darauf, dass sie zu reden aufhören, damit ich mein wichtiges Statement abgebe?" 

„Höre ich das, was dem ähnlich ist, was ich bereits weiß, oder konzentriere ich mich darauf, ob die anderen mit dem, was ich gerade gesagt habe, übereinstimmen oder nicht?"

„Höre ich auf Beweise, dass das, was sie sagen, richtig ist? Bin ich auf der Suche nach Beweisen, um ihre Geschichte/Arbeit zu unterstützen?“

„Will ich wirklich nur seine/ihre Perspektive verstehen und habe ich keine anderen Motive beim Zuhören? Verstehe ich, wie es sich anfühlt, diese Perspektive zu haben?”

„Benutze ich mein Einfühlungsvermögen, meine Einsicht in ihren/seinen Kontext und meine Motivation, um das beste Ergebnis zu erzielen?"

 

Wie Sie wahrscheinlich feststellen, führen Sie diese Fragen zu empathischem Zuhören und zeigen einen sicheren Weg, Lösungen mit und für die Erzählenden herauszufinden.

 

Ad 2. Fragen Sie, um Geschichten herauszuarbeiten

Geschichten von anderen aufindig zu machen und zu sammeln beginnt mit dem Stellen von Fragen. Wir sollten uns klar sein : Fragen sind intentional; Sie dienen einem Zweck, genauso wie die Antworten und/oder Geschichten, die wir als Antwort bekommen. Fragen haben nicht nur die Macht, Geschichten zu "entlocken", sie können die Geschichten auch lenken und manipulieren oder die Geschichten ihrer Macht berauben. Genau dieser Punkte müssen wir uns bewusst sein.

Mit Fragen kann man die Kontrolle haben, da die andere Person meist einen starken sozialen Druck verspürt, die Frage zu beantworten. Es kann zu Machtspielen kommen, man kann Fragen von sich abprallen lassen.

Mit der richtigen Frage können Sie alle nützlichen Informationen bekommen, die Ihnen und den Erzählenden helfen, spätere Ziele zu erreichen.

Aktives Zuhören(siehe oben) ist auch hilfreich. Es kann persönliche Details über die andere Person preisgeben und gibt Ihnen die Möglichkeit, sich einzufühlen, indem Sie beispielsweise zeigen, dass Sie ähnliche Erfahrungen haben.

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Die Arbeit mit Geschichten konzentriert sich im Wesentlichen auf die Identität der Menschen. Aus postmoderner sozialkonstruktiver und Sicht können Identitäten als situierte Performances betrachtet werden: Menschen erzählen und verfügen über so viele verschiedene Arten von Geschichten im sozialen Leben, wie es soziale Situationen gibt, in denen sie erzählen und handeln. Persönliche Narrative zeigen vielfältige und manchmal auch widersprüchliche Selbstdarstellungen.

 

 

 

Inspirierende Praktiken zum Arbeit mit Geschichten

Praktiken wie die Narrative Therapie, lösungsorientierte Therapie und partizipatorische, narrative Befragung sehen Identität als narrativen Prozess. Wir zählen hier 11 Gemeinsamkeiten auf, die für unser Curriculum grundlegend sind. In Kürze sind das:

 

 

1. ÜBERDISZIPLINÄRE INSPIRATION: Viele der theoretische Grundlagen dieser Therapien ist inspiriert von Disziplinen außerhalb der Psychologie. Diese überdisziplinäre Haltung ist auch ein wichtiger Ansatz unseres Curriculums.

2. SOZIALER ODER INTERPERSONALER BLICK AUF WISSEN UND IDENTITÄT: Unser Curriculum fußt stark auf der Idee, dass Lebensgescichten durch ein gemeinsames Entwickeln von Bedeutung zwischen Menschen entstehen.

3. AUFMERKSAMKEIT FÜR DEN KONTEXT: Die oben genannten Zugänge können als systemisch gesehen werden: es wird an Menschen in ihrem Kontext gedacht, sei es der Kontext von Kultur, seien es ihre Interaktionen mit anderen Menschen, oder die Gesprächssysteme, an denen sie teilnehmen.

4. SPRACHE ALS ZENTRALES KONZEPT IN DER THERAPIE: Diese Zugänge gehen davon aus, dass die Art und Weise, wie Menschen über Dinge denken und sprechen, möglicherweise dem Denken von NEUEN Möglichkeiten im Wege stehen. Dieses Curriculum versucht Menschen dabei zu helfen, ihr Vokabular zu verändern oder diesbezüglich zu verbessern. Sprache beeinflusst wie wir denken.

5. EINE HELFENDE BEZIEHUNG IST EINE PARTNERSCHAFT: Helfende Beziehungen sind nicht etwas, was für jemandem, sondern etwas das mitjemandem gemacht wird. Das Curriculum versucht dabei zu unterstützen, eine neugierige und respektvolle Haltung den Geschichten von KlientInnen gegenüber einzunehmen und mit diesen neue Narrative zu konstruieren.

6. WERTSCHÄTZUNG DER VIELFALT VON PERSPEKTIVEN UND STIMMEN: Menschen können sehr unterschiedliche Meinungen nicht nur über Politik und Religion, sondern auch über grundlegende Dinge wie die persönliche Identität haben. Wenn wir auf die Geschichten der Menschen fokussieren, geben wir der eigenen Art und Weise, wie jemand seine/ihre Realität sieht, Wertschätzung und geben seinen/ihren Erfahrungen eine Bedeutung.

7. WERTSCHÄTZUNG VON LOKALEM WISSEN: Die Arbeit der kollaborativen, narrativen oder lösungsorientierten TherapeutInnen basiert auch den eigenen Ideen des jeweiligen Klienten/der Klientin und auf den Ideen, die in den gemeinsamen Gesprächen entwickelt werden. Unser Curriculum baut auf lokalem Wissenauf, was bedeutet, dass es stark mit dem Leben der KlientInnen aus der Sicht der KlientInnen arbeitet.

8. KLIENTiNNEN SIND DIE STARS: Die KlientInnen sind die Stars in unserem Curriculum. Sie werden als ExpertInnen ihres eigenen Lebens betrachtet, sie definieren ihre Lebenssituation und die Ziele, die sie erreichen möchten. Das heißt, dass Sie Ihren KlientInnen mit Neugierde und dem Wunsch nähern, informiert zu werden.

9. SEIEN SIE OFFEN ODER TRANSPARENT: Wenn Sie unser Curriculum anwenden, werden Sie sehen, dass alle Menschen - Sie eingeschlossen - Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven sehen. Da es unmöglich ist, keine persönlichen Werte, Meinungen oder Präferenzen zu haben, fordern wir sie dazu auf, diese offenzulegen, wenn sie relevant sind. In der narrativen Therapie nennt sich das Transparenz.

10. INTERESSIEREN SIE SICH DAFÜR, WAS GUT FUNKTIONIERT: Psychologie wird oft als Mittel gesehen, „defekte" Menschen zu „reparieren". In unserem Curriculum schlagen wir vor, sich auf das zu konzentrieren, was im Leben der Menschen gut funktioniert und was die Menschen als wichtig und wertvoll erachten.

11. HANDLUNGSERMÄCHTIGUNG: Damit meinen wir, dass Menschen imstande sein sollen, Entscheidungen zu treffen und ihr Leben aktiv zu gestalten. Mit diesem Curriculum wollen wir Sie dabei unterstützen, Menschen zu ermutigen, am „Fahrersitz ihres eigenen Lebens zu sitzen".

 

In the course curriculum you will experience narrative approach-related activities that can be employed in this phase, connected to life stories and experiences through time, by individuals as well as groups.

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In unserer Einführung haben wir bereits auf „Macht“ und „Machtbeziehungen“ und deren Einfluss auf das Verhalten und das Wohlbefinden des Einzelnen hingewiesen. Wir haben auch erklärt, was ModeratorInnen/Geschichten-ArbeiterInnen in verschiedenen Zusammenhängen tun können (und nicht tun sollten).

Bevor wir ein anderes Licht auf Machtverhältnisse, Ethik und Transparenz bei der Arbeit mit Geschichten von Individuen und Gruppen werfen, möchten wir zwei Definitionen von kultureller Sensibilität und kontextueller Sensibilität teilen.

 

Kulturelle Sensibilität
Kulturelle Sensibilität ist sich dessen bewusst, dass kulturelle Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen Menschen bestehen, ohne ihnen einen Wert - positiv oder negativ, besser oder schlechter, richtig oder falsch – zuzuordnen. Kulturelle Sensibilität bedeutet, dass Gruppen gegenseitig ihre Kultur verstehen und respektieren. Dies kann für Mitglieder von dominanten Kulturen eine Herausforderung darstellen.

 

Kontextuelle Sensibilität
Kontextuelle Sensibilität impliziert, dass Menschen auf Stereotypen sensibel reagieren und versuchen, andere bedingungslos mit dem gleichen Wert zu akzeptieren. Wir können Qualitäten wie das Perspektiven-Einnehmen verwenden, um die Welt so zu sehen, wie andere sie sehen und wahrnehmen. Oder das Anerkennen von Mehrdeutigkeit, wenn Menschen die Fähigkeit zeigen, mehrere Interpretationen derselben Situation zu akzeptieren. Und schließlich die Wachsamkeit gegenüber vorzeitigen Ultimaten: in der Lage und bereit sein, Ideen oder Konzepte anzunehmen, die weitere Gespräche/Dialoge anregen.

 

 

Respekt

Respekt bedeutet, so weit zurückzutreten, um sich gegenüber den anderen/Ihrem Publikum als gleichwertig zu zeigen.

 

Demut
Den anderen respektieren heißt bescheiden sein. Demut kann unsere Verteidigung gegen Angst, Vorurteile und voreilige Entscheidungen sein. Demut ermöglicht es uns, offen und gründlich auf andere zu hören und uns unserer Grenzen bewusst zu sein.

 

Empahtie
Der Vergleich der eigenen Perspektive mit der der anderen - das Herausfinden, was für die anderen hilfreich sein könnte - ist die Grundlage für eine höher entwickelte Empathie.

 

Machtbeziehungen
When working with stories you need be aware that due to the characteristics of your group there is a chance a power relationship exists, in which you (as a facilitator / educator / initiator) have a certain level of power. In the curriculum you will learn about and how to deal with low and high narrative distance, low and high value perception, and low and high power differential.

 

WENN SIE SICH TREFFEN

Es ist wichtig, die richtigen Werkzeuge für die Arbeit mit Geschichten in Ihrer Gemeinschaft auszuwählen, insbesondere, wenn sie zu verschiedenen kulturellen Gruppen oder zu unterschiedlichen Bildungshintergründen gehören. Basierend auf diesen Merkmalen unterscheiden sich die zum Sammeln von Geschichten ausgewählten Werkzeuge, z. B. Zeichnen oder Fotogeschichten eignen sich für Personen, die Probleme mit Sprache haben.

Fragen und Meinungen

Es ist äußerst wichtig, eine geeignet Weise des Fragenstellens zu finden. D.h., es soll so gefragt werden, dass nicht Macht über die Geschichte der Erzählenden ausgeübt werden.

Es gibt verschiedene Fragetypen, die für die Interaktion mit KlientInnen relevant sind. Wir stellen Ihnen die Charakteristika und relevanten Situation, in denen Sie geschlossene oder offene Fragen, direkte oder indirekte Fragen, oder "Was geschah-Fragen" anwenden können, vor.

 

Wenn Sie mit Ihren Zielgruppen arbeiten, werden Sie öfter eher Meinungen als Geschichten hören. Uns interessiert dabei aber, wie sie zu dieser Meinung gekommen sind. Deshalb sollten wir, wenn Meinungen geäußert werden, hinterfragen. Dies wird uns interessante Einsichten zur Reflexion geben. Fragen Sie z.B. "Ja, das ist Ihre Meinung, aber was wäre ein Beispiel dafür?" Und dann wird vielleicht eine Geschichte kommen....

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Arbeiten an neuen Geschichten

Wenn es um die Entwicklung von zukünftigen Geschichten geht, spielen natürlich alle Funktionen/Aspekte von Geschichten eine Rolle. Wir wollen aber ein paar hervorheben:

Antizipation

In bestimmten Situationen versuchen vorauszudenken unter anderem, um auf unerwartete Veränderungen im Verhalten anderer, Veränderungen der Rahmenbedingungen oder um z.B. auf defekte Geräte/Werkzeuge vorbereitet zu sein.

Planung

Wenn wir antizipieren, müssen wir (oder der/die HeldIn) Pläne machen: Was ist unser gewünschter Zustand oder Endziel (unser Zweck/Ziel)? Wann möchten wir ankommen? Was werden unsere Meilensteine auf dem Weg sein, was könnten Hindernisse und/oder GegnerInnen auf unserem Weg sein? Wer könnten unsere HelferInnen sein?

Strategie

Wenn wir einen Plan haben, sollten wir damit beginnen, die notwendigen Maßnahmen festzulegen, um Meilensteine zu erreichen, Hindernisse zu überwinden und GegnerInnen zu besiegen. Wie werden wir HelferInnen rekrutieren? Wie wir wissen, halten Geschichten (und Missionen) manchmal Überraschungen bereit - denken Sie an Gabelungen und damit an unerwartete Ereignisse und Entscheidungen. Haben wir wenigstens eine alternative Strategie?

 

Ihre Geschichte visualisieren

Die Visualisierung hilft nicht nur, reichhaltigere Beschreibungen zu entwickeln, sie hilft auch während der Entwicklung, die wesentlichen Wegpunkte in einer Geschichte zu markieren. Denken Sie an: das Setting, AkteurInnen, Krise, Aktion, Veränderung, Transformation und Lösung.

Es hilft auch bei weniger gebildeten KundInnen oder Gruppen oder solchen, die nicht schreiben können, da nichts geschrieben werden muss. Jeder kann mehr oder weniger zeichnen. Es geht ja nicht um das Produzieren von „Kunstwerken“.

 

ZUKÜNFTIGE GESCHICHTEN STRUKTURIEREN UND BAUEN VON HILFEN

Im Folgenden bieten wir Ihnen einige zuverlässige Optionen, die von Fachleuten im Bereich Geschichtenerzählen und -arbeiten immer wieder eingesetzt werden. Im Curriculum stellen wir Ihnen "Story-Spine, Story-Skelett, Bottom-up-Geschichte u.a. vor.

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WEITER ZUR METHODIK 

Geschichtenerzähler 2017,

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